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Die Republik Kroatien seit der Unabhängigkeit

1990 wurden in Kroatien die ersten Wahlen abgehalten, dabei ging die Kroatische Demokratische Gemeinschaft unter Franjo Tudman als Sieger hervor. Sie trat für ein von Jugoslawien unabhängiges Kroatien ein, was bei der serbischen Minderheit in Kroatien und bei der jugoslawischen Zentralregierung in Belgrad auf Ablehnung stieß.

Im Sommer 1990 erklärten Serben aus Norddalmatien und der Lika durch Straßenblockaden und durch das Proklamieren von Parolen die “Autonome Region Serbische Krajina”, später die Republik Serbische Krajina. Ein Eingreifen der kroatischen Polizei wurde von der Jugoslawischen Volksarmee verhindert. Der Konflikt gipfelte in der so genannten “Baumstamm-Revolution”, als die Krajina-Serben begannen, Straßensperren zu errichten und den Verkehr von und zu den Fremdenverkehrsgebieten an der Küste zu sperren. Gleichzeitig begann die Vertreibung nicht-serbischer Bewohner aus diesen Gebieten.

Am 25. Juni 1991 erklärte die kroatische Regierung die Unabhängigkeit Kroatiens, woraufhin die Jugoslawische Volksarmee serbische Paramilitärs mit Waffen und militärischer Ausrüstung versorgte, mehrere kroatische Städte wie Split, Zadar und Dubrovnik wurden massiv von der Jugoslawischen Volksarmee angegriffen.

Im Oktober 1991 brach das kroatische Parlament seine Verbindungen zu Jugoslawien ab, es folgten Massenvertreibungen von Kroaten und anderen Bevölkerungsgruppen aus dem Grenzgebiet zu Bosnien und zu Herzegowina. Mit Angriffen auf Dubrovnik und Osijek belagerte und bombardierte die Jugoslawische Volksarmee Städte, die von einer kleinen serbischen Minderheit bewohnt wurden. In der Grenzstadt Vukovar kam es zu einer Schlacht, in der der größte Teil der Stadt verwüstet wurde und die Bevölkerung fliehen musste, im November 1991 wurde die Stadt von serbischen Truppen erobert. Kurz nach dem Fall der Stadt, erkannten zunächst Deutschland und Österreich die staatliche Unabhängigkeit Kroatiens an, bis Ende Januar 1992 wurde Kroatien schließlich weltweit von den meisten Staaten anerkannt.

Es folgten mehrere Waffenstillstände, die jedoch von den Kriegführenden Parteien häufig gebrochen wurden. Die Jugoslawische Bundesarmee verlegte daraufhin ihr Waffenarsenal schrittweise von Kroatien nach Bosnien und Herzegowina, wo der Krieg als nächstes ausbrach. Von 1992 bis 1993 suchten etwa 700.000 Bosniaken und bosnische Kroaten in Kroatien Schutz und Zuflucht vor dem Krieg.

Der Kroatien-Krieg dauerte bis Juli 1995, als die Verhandlungen mit den aufständischen Serben keine Fortschritte brachten und 170.000 kroatische Flüchtlinge nicht in ihre Heimatorte zurückkehren konnten, entschied sich die kroatische Regierung zunächst für die Militäroperation Blitz, dann für die Militäroperation Sturm. Damit wurde innerhalb weniger Tage nahezu die gesamte Republik Serbische Krajina unter kroatische Kontrolle gebracht, woraufhin es zu einer Massenflucht der serbischen Bevölkerung kam.

Am 6. November 1996 wurde Kroatien Mitglied des Europarates, 1996 und 1997 erholte sich die wirtschaftliche Lage des Landes deutlich.

Im Abkommen von Erdut vereinbarten die Regierungen Kroatiens und der Bundesrepublik Jugoslawiens die friedliche Re-Integration des verbliebenen Teiles Kroatiens im Osten, es wurde am 15. Januar 1998 formell in Kroatien eingegliedert.

Präsident Tudmann starb am 11. Dezember 1999, im Jahre 2000 kam es bei den Parlamentswahlen zum ersten Regierungswechsel in 10 Jahren, eine breite Koalition aus sechs Parteien unter der Führung der SPD übernahm die Regierung. Stjepan Mesic wurde zum Präsidenten, Ivica Racan zum Ministerpräsidenten ernannt. Seit November 2000 ist Kroatien Mitglied der WTO.

Bei den Wahlen 2003 wurde die HDZ wieder die stärkste Partei, sie bildete eine Minderheitsregierung mit Unterstützung durch die Pensionistenpartei HSU und weiterer Kleinparteien sowie den meisten Vertretern der nationalen Minderheiten. Neuer Ministerpräsident wurde Ivo Sanader und Kroatien verfolgt nun eine aktive Kampagne zur Rückkehr der serbischen Flüchtlinge.

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