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Erich Fromm und die Kunst des Liebens

Im Jahre 1956 veröffentlichte der Sozialpsychologe Erich Fromm sein gesellschaftskritisches Werk „Die Kunst des Liebens“. Fromm definiert hier den Begriff der Liebe nicht als ein schönes Gefühl, dem man sich hingibt, sondern als ein durch Wissen und aktives Bemühen zu erlangendes Ziel. Schwerpunkt der Liebe sei hierbei nicht die Fähigkeit zu lieben, sondern geliebt zu werden. Das Bestreben, liebenswert zu sein, gehe einher mit dem Streben nach Popularität. Fromm sah die Entwicklung eines sich veränderten Liebesverständnis im 20. Jahrhundert, das sich in einer marktwirtschaftlichen Ausprägung der Liebe manifestierte. Das Gefühl des Verliebens entwickele sich hierbei in der Regel entsprechend derjenigen „menschlichen Artikel“, die innerhalb der Tauschmöglichkeiten des Einzelnen liegen. Fromm unterschied zwischen dem anfänglichen Verlieben und dem dauerhaften Lieben und räumte dem Begriff der Liebe den höchsten Stellenwert ein, vor Erfolg, Geld, Macht und Prestige. Moderne Formen des „sich Verliebens“ und des „verliebt Bleibens“ wie das Flirten und Chatten im Internet waren Erich Fromm noch unbekannt und konnten in seine Studien nicht mit einbezogen werden. Mit modernen Techniken, wie dem kostenlosen Chatten hat sich für viele Menschen die Praxis der Partnersuche grundlegend geändert. Das Flirten ab 16 Jahren nutzen nicht wenige Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, um Freunde kennen zu lernen und ihr Beziehungsumfeld auszuweiten.

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