Anlegen in Medienfonds
Medienfonds gehören zu den geschlossenen Fonds. Sie finanzieren ein Medienereignis, zum Beispiel ein Musical oder eine Fernsehproduktion.
Medienfonds werden in der Regel von einer Kapitalgesellschaft in der Rechtsform der GmbH und Co. KG aufgelegt. Die GmbH ist hierbei die persönlich haftende Gesellschafterin, die Anleger sind Kommanditisten und erwerben mit ihrer Einlage einen Anteil am Gesellschaftskapital. Als Kommanditist werden die Anleger dann auch ins Handelsregister eingetragen, was jedoch auch über einen Treuhänder erfolgen kann.
Um eine bestimmte Produktion finanzieren zu können, werden bei dieser Art der Investmentfonds die Gelder von Privatanlegern eingesammelt. Dies kann über direkte Vermittler erfolgen, aber auch Banken bieten diese Anlagen an. Ist die benötigte Summe erreicht, wird der Fonds geschlossen.
Geschlossene Fonds weisen in der Regel eine lange Laufzeit auf, die mehrere Jahre beträgt. Bei Medienfonds ist die Laufzeit abhängig vom jeweiligen Projekt.
Während der Laufzeit ist es nur schwer möglich, die Anteile des Fonds zu verkaufen, da ein börsentäglicher
Handel nicht stattfindet. Anleger haben daher nur die Möglichkeit, ihre Anteile über einen Zweitmarkt zu verkaufen. Hier richtet sich der Preis jedoch nach Angebot und Nachfrage. Erzielt der Medienfonds gute Gewinne, wird der Preis entsprechend hoch sein, werden jedoch Verluste erzielt, ist der Verkauf oft nur mit hohen Abschlägen möglich.
Daher sollten Anleger in Medienfonds nur investieren, wenn das Geld in den nächsten Jahren nicht benötigt wird.
Gewinne aus dem Medienfonds werden nach dem Erfolg des finanzierten Projektes ermittelt. Wird zum Beispiel eine Spielfilmproduktion finanziert, werden Gewinne erst mit der Ausstrahlung im Kino erzielt. Bei Filmen wie “Die 7 Zwerge - Männer allein im Wald” war der zugrunde liegende Medienfonds erfolgreich, die Anleger konnten hohe Gewinne erzielen.
Doch nicht immer können die Projekte Gewinne erzielen, einige müssen sogar Verluste hinnehmen. Die Anleger tragen durch ihre Einlage das unternehmerische Risiko mit, im schlimmsten Fall kann der Totalverlust der Geldanlage die Folge sein.
Medienfonds waren, wie viele geschlossene Fonds, vor allem steuerlich interessant. In den ersten Jahren konnten die Gesellschaften hohe Verlustzuweisungen auf die Anleger übertragen. Diese ermittelten Verluste konnten mit Gewinnen aus anderen Einkunftsarten verrechnet werden, was vor allem für Spitzenverdiener interessant war. Seit 2005 ist diese Verlustverrechnungsmöglichkeit nicht mehr gegeben, seitdem schwindet das Investitionsvolumen in Medienfonds.
Zum verlinken des Berichtes über Anlegen in Medienfonds nutzen Sie bitte diesen Link
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